Wie die Welt des Sports immer digitaler geworden ist

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Vor nicht allzu langer Zeit bestand ein Fußballwochenende aus der Übertragung im Fernsehen und dem Sportteil der Zeitung am Montag. Heute laufen Livestreams, Liveticker und Zusammenfassungen gleichzeitig am Handy, oft noch bevor der Schlusspfiff richtig verklungen ist. In dieselbe digitale Umgebung sind auch Unterhaltungsangebote neben dem Sport gerückt, von Sportwetten bis zu Casinospielen, wie man sie etwa auf casino.at findet. Für viele ist das schlicht eine Freizeitbeschäftigung zwischen zwei Spieltagen. Wie tief die Digitalisierung den Sport verändert hat, zeigt sich allerdings vor allem dort, wo das Publikum sie kaum sieht.

Sensoren, Daten und ein neuer Blick auf Leistung

In vielen Profivereinen tragen Spieler im Training kleine GPS-Sender, meist in einer eng anliegenden Weste zwischen den Schulterblättern. Gemessen werden Laufdistanz, Sprints, Beschleunigungen und Belastungsspitzen. Sportwissenschaftler werten diese Daten aus und passen die Trainingspläne an, damit niemand nach einer harten Woche ins nächste Match geht, als wäre nichts gewesen. Verletzungen lassen sich damit nicht ausschließen, Überlastungen sollen aber früher auffallen. Früher entschied darüber oft das Bauchgefühl des Trainers. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wem diese Körperdaten eigentlich gehören und wer darauf Zugriff hat.

In der Formel 1 ist dieser Gedanke noch weiter getrieben. Die Autos senden während des Rennens laufend Telemetriedaten an die Box, wo Ingenieure Reifenverschleiß, Temperaturen und Spritverbrauch im Blick behalten. Strategieentscheidungen stützen sich auf Simulationen, die vor und während des Grand Prix durchgerechnet werden. Im Basketball wiederum hat die Analyse von Wurfdaten das Spiel selbst verändert, viele NBA-Teams setzen heute deutlich stärker auf Dreipunktwürfe als noch vor zwanzig Jahren.

Vom Fernseher aufs Handy

Lange Zeit hing es vom Fernsehprogramm ab, welche Spiele man überhaupt sehen konnte. Streamingdienste haben dieses Modell aufgebrochen. Die Formel 1 betreibt mit F1 TV seit 2018 einen eigenen Dienst, die NBA verkauft mit dem League Pass Übertragungen weltweit, und auch die eigenen Apps der Vereine liefern Interviews, Trainingsbilder und Hintergrundberichte direkt aufs Handy. Ein Fan in Graz verfolgt so ein Spiel in Los Angeles fast so selbstverständlich wie die Partie im eigenen Stadion. Entfernung spielt kaum noch eine Rolle, höchstens noch die Zeitverschiebung.

Soziale Medien haben zugleich das Verhältnis zwischen Sportlern und Publikum verschoben. Spieler wenden sich über Instagram oder TikTok direkt an ihre Anhänger, ohne Umweg über Pressekonferenz oder Zeitung. Für Klubs bedeutet das mehr Reichweite, aber auch weniger Kontrolle darüber, welche Bilder und Aussagen nach außen dringen.

Statistiken, Fantasy-Ligen und Wetten

Der Fan von heute weiß oft erstaunlich viel. Expected Goals, Passquoten oder Heatmaps, früher Material für Analysten, tauchen inzwischen in fast jeder größeren Übertragung auf. Wer tiefer graben will, nutzt Datenportale oder andere Seiten wie Transfermarkt, wo Marktwerte, Vertragslaufzeiten und Transferhistorien gesammelt werden. Am Stammtisch wird seither öfter mit Zahlen argumentiert als mit Erinnerungen. Ob das dem Gespräch immer guttut, steht auf einem anderen Blatt.

Fantasy-Ligen wie Fantasy Premier League machen aus diesem Wissen ein Spiel, bei dem Nutzer eigene Kader zusammenstellen und Punkte für reale Leistungen sammeln. Auch Sportwetten sind fast vollständig ins Digitale gewandert, mit Quoten, die sich während der Partie laufend ändern. Für viele bleibt das eine Form der Unterhaltung. Ein bewusster Umgang mit Zeit und Budget gehört trotzdem dazu, weil die ständige Verfügbarkeit am Handy auch eine Kehrseite hat.

Wenn die Technik mitentscheidet

Der Videoschiedsrichter ist das sichtbarste Beispiel dafür, wie Technik in den Wettbewerb selbst eingreift. Bei einer Weltmeisterschaft kam er 2018 erstmals zum Einsatz, in die österreichische Bundesliga fand er mit der Saison 2021/22 seinen Weg. Seither werden strittige Szenen wie Abseits, Handspiel oder mögliche Elfmeter vom Video-Assistenten am Bildschirm überprüft. Die Diskussionen sind dadurch nicht verschwunden, sie haben sich nur verlagert, etwa auf die Frage, wie lange eine Überprüfung dauern darf.

Bei der WM 2022 kam zusätzlich eine halbautomatische Abseitstechnologie zum Einsatz, die mit Kameras unter dem Stadiondach und einem Sensor im Ball arbeitet. Manche Fans empfinden die Wartezeiten als Bruch im Spielfluss, besonders wenn ein Tor erst Minuten später wirklich zählt.

Esports und virtuelle Rennstrecken

Ein eigener Zweig ist mit dem E-Sport entstanden. Zahlreiche Fußballklubs unterhalten Teams für Fußballsimulationen, deren Turniere online vor großem Publikum laufen. In der Formel 1 gibt es seit 2017 eine offizielle Sim-Racing-Meisterschaft, an der auch die Rennställe mit eigenen Fahrern teilnehmen.

Auch die echten Piloten sitzen regelmäßig im Simulator. Teams bereiten ihre Fahrer dort auf neue Strecken vor und testen Abstimmungen, bevor das Auto überhaupt aus dem Transporter rollt. Manche Rennfahrer streamen in ihrer Freizeit sogar eigene Sim-Racing-Abende, wo Fans ihnen in einem ganz anderen Rahmen begegnen als im Fahrerlager.

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